…und dann plötzlich das !

Und plötzlich hat Lotte ihre Identität verloren

Zumindest einen Teil davon. Es fehlte plötzlich das vordere Kennzeichen. Eigentlich nur ein Stück Blech mit Buchstaben und Zahlen, könnte man denken, ist aber leider weitaus mehr! – Ein Identitätsverlust für Lotte und Ärger für mich.

Als ich am 29. März um die Mittagszeit vom Strand kam bemerkte ich das fehlende vordere Kennzeichen. Sofort fingen die grauen Zellen an zu arbeiten…was machen?
Das Internet ist voller Informationen, auch zu diesem Fall natürlich. Da stand alles Mögliche, von weniger schlimm bis nicht mehr fahren dürfen.
Auf jeden Fall musste ich die Zulassungsbehörde in Deutschland benachrichtigen, umgehend, denn es könnte ja gestohlen worden sein und wird für irgendeine Schandtat verwendet.
Auch die Versicherung muss informiert sein, denn ein eventueller Unfall ohne Kennzeichen kann weitreichende Folgen haben.

Versicherung anrufen und informieren war das Erste, denn die Zulassungsstelle war erst wieder ab 14 Uhr erreichbar.

Exakt um 14 Uhr habe ich dann die zuständige Zulassungsstelle in Schrobenhausen über den Verlust informiert. Und weil ich ja derzeit im Ausland bin machte dieser Umstand auch für die Behörde die ganze Angelegenheit etwas kompliziert.
Dem Grunde nach dürfte ich nun gar nicht mehr fahren, war die eine Meinung, die andere war ich müsse die Polizei in Frankreich umgehend informieren, den Kennzeichenverlust dort zur Anzeige bringen.

Also zur Rezeption auf dem Campingplatz und den Fall geschildert…gar nicht so einfach, ich spreche kein Französisch, hier Niemand Deutsch und mein Englisch reicht nicht aus um solch komplizierte Angelegenheiten sinnvoll zu besprechen.
Dazu muss ich bemerken, die Rezeption ist für so einen großen Platz eindeutig personell unterbesetzt, die überwiegend jungen Damen total überfordert und auch etwas gestresst.
Aber mit etwas Geduld bekam ich die Adresse der zuständigen Polizeistelle in Sete.

Nur leider haben die keine Mailadresse angegeben, nur eine Telefon und Faxnummer.
Ein erster Anruf führte zu nichts, wir verstanden uns einfach nicht.
Dann kam mir in den Sinn, ich könne es doch einmal über das Touristikbüro versuchen, da spricht doch ganz bestimmt jemand Deutsch und kann für mich den Kontakt zu Polizei herstellen.

Dem Touristikbüro habe ich eine E-Mail geschrieben, auf Deutsch verfasst und mit dem Übersetzer von Google auf Französisch übersetzen lassen.
Am späten Nachmittag des Folgetages antwortet mir dann „Elizabeth“, auf Englisch, weil auch sie anscheinend kein Deutsch spricht.
Sie teilt mir mit, die zuständige Polizeibehörde sähe sich in der Lage mit mir den Fall auf Englisch zu besprechen, nach Montag dann.
Klar, Ostern steht vor der Tür.

Und ich stehe morgen, also am Ostersonntag, ganz früh mit dem Fuß auf dem Gaspedal und versuche bis Montagabend in Deutschland zu sein.
Es ist bei manchen Gegebenheiten sehr schlecht die Landessprache nicht zu beherrschen, das merke ich nun ganz deutlich.

Eine abenteuerliche „Bastellei“ aus selbstgeschriebenem Kennzeichen auf Karton aufgeklebt und mit einem erklärenden Text auf Französisch ergänzt klebt nun an der Windschutzscheibe…mal sehen ob das gut geht bis zur Deutschen Grenze.

  1. Ohje Julius,
    hab schon lange nicht mehr hier reingeschaut und sehe dein Pech erst jetzt.
    Hoffentlich bist du gut in D angekommen!
    Gruß
    Hella

    • Danke Hella,
      es hat alles bestens geklappt.
      Ich bin auf dem kürzesten Weg durch Frankreich und Deutschland bis nach SOB.
      Nun habe ich ein neues Kennzeichen, das alte ist für 10 Jahre gesperrt.
      Ich grüße Dich herzlich
      Julius

  2. Jetzt bin ich aber sehr erleichtert, danke dir!
    Gut dass es geklappt hat.
    Dein Blog gefällt mir gut und ich freu mich dass du dich in Portugal auch, wie ich, wohl gefühlt hast.

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